Umgelegte Schalter gegen Straftaten

Leuchtendes Beispiel

Wie ein Leuchtmittel-Hersteller mit seiner Kernkompetenz in zehn indischen Städten gegen Kriminalität kämpft.

Stellen Sie sich vor, Sie fahren abends nach Hause und in Ihrer Straße ist es stockfinster. Auch in den benachbarten Straßen Ihres Viertel ist es dunkel, weil es entweder keine Straßenbeleuchtung gibt oder sie nicht funktioniert. Was die meisten Europäer zutiefst beunruhigen würde, ist Alltag in großen Teilen von Delhi – und Nährboden zahlreicher Kriminalfälle von Raub, Diebstahl, Auto Entführungen bis zu Vergewaltigungen. Laut der lokalen Polizei werden in Indien täglich fünf Frauen vergewaltigt.

 

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Wie bekämpft man ein komplexes Problem?

Trotz der Verschärfung von Strafgesetzen durch die Regierung und verstärkten Polizeimaßnahmen bleiben 70% der Fälle ungeklärt. Dieser traurige Umstand rief auch viele Unternehmen und private Initiativen auf den Plan um mit mobilen Apps oder Notfalls-Hotlines dagegen zu kämpfen. Der indisch-japanische Leuchtmittelhersteller Halonix sieht sich den wissenschaftlich gut dokumentierten Zusammenhang, zwischen Dunkelheit und Kriminalität näher an und bringt mit seiner Kernkompetenz Licht ins Dunkel. 2014 startet Halonix eine Facebook Umfrage. Bürger von Dehli sollten Straßen nominieren, die bessere Beleuchtung benötigten. Neharika Awai Minocha sandte dieses Foto ein.

 

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Von der Umfrage zur Kampagne

Der Social Media Umfrage lässt Halonix eine Werbekampagne folgen, deren Plakate die Straßen der meistgenannten Plätzen beleuchten. Und zwar nicht nur in Dehli. Nach konstant gutem Feedback erweitert Halonix die Kampagne auf aktuell zehn Städte, von Mohali, Jalandhar, Kanpur, Mathura, Allahbad, Lucknow, Patna, Trivandrum bis Chennai. Wieder übernimmt ein privates Unternehmen die Aufgaben von überforderten Stadtverwaltungen. „Wir sehen uns als eine Marke, die sich verpflichtet fühlt, nicht nur davon zu sprechen sondern auch tatsächlich nachhaltige Arbeit zu leisten“, sagt Rakesh Zutshi, Managing Director von Halonix und bestätigt, die Kampagne auf noch zehn weitere Großstädte Indiens ausdehnen zu wollen.

 

 

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Kleiner Schritt in die richtige Richtung

Nach der Kampagne steigt die Markenbekanntheit von Halonix in Indien immens, von 20% auf 70%. Dazu kommen über 100.000 Facebook Engagements während der mehrmonatigen Kampagne, die insgesamt 6 Millionen Inder erreichen. Angesichts der 1,2 Milliarden Bewohner des Landes, wirkt das nach keinem durchschlagenden Erfolg. Die Finalplatzierung des Projekts „Safer City“ bei den Cannes Lions 2014 unterstreicht aber die Kraft der Idee. Zahlen zu einer veränderten Vergewaltigungs- oder Kriminalitätsrate an den beleuchteten Plätzen gibt es aktuell nicht. Ein besseres Gefühl auf die Straße zu gehen, geben die Leuchtplakate vermutlich schon.

 

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  • Die fehlende Straßenbeleuchtung in indischen Städten ist ein Nährboden zahlreicher Kriminalfälle von Raub, Diebstahl bis zu Vergewaltigungen.
  • Der indisch-japanische Leuchtmittelhersteller Halonix nahm sich diesen Umstand zum Anlass, um mit einer Kampagne in Form von Leuchtplakaten das Problem zu bekämpfen.
  • Nach gutem Feedback der Bevölkerung erweitert Halonix die Kampagne auf zehn Städte von Dehli, Mohali, Jalandhar, Kanpur, Mathura, Allahbad, Lucknow, Patna, Trivandrum bis Chennai und plant eine Erweiterung auf zehn weitere indischen Städte.
  • Im Zuge der Kampagne steigt die Markenbekanntheit von Halonix in Indien von 20% auf 70%.