Freihand navigieren

Schlaue Schuhe finden den Weg

Der Urlaub könnte so schön sein, wenn man nicht immer das Smartphone oder eine Karte vor der Nase hätte, um die nächste Attraktion zu finden. Um das Schöne wieder wahrnehmen zu können, hat EasyJet einen Schuh entwickelt, der den Träger über Vibration navigiert.

Die Navigation per Smartphones hat uns eine Körperhaltung diktiert. Den Kopf geneigt, der Blick nach unten. Wer so an Sehenswürdigkeiten vorbeigeht, verpasst sie leicht. Um den Blick wieder auf das Schöne richten zu können, entwickelte die britische Airline Easyjet die „Sneakairs“. Die navigierenden Schuhe machen die Hände und das Sichtfeld frei. Ohne Smartphone funktionieren sie aber nicht.

Die „Sneakairs“ brauchen eine Bluetooth-Schnittstelle, um auf das Smartphone zuzugreifen. Vorher wird über eine eigens dafür entwickelte App auf Google Maps Daten zugegriffen und ein Weg vom Standort zur gewünschten Sehenswürdigkeit / Bar / Straße eingegeben. Die Schuhe greifen dann sozusagen auf den vorprogrammierten Weg zu und navigieren den Träger über Vibration zum Ziel. Links um, links vibriert. Rechts um, rechts vibriert. Verlaufen? Beide Schuhe vibrieren. Hat man das Ziel erreicht, vibrieren die Schuhe drei Mal und schalten sich aus bis zur nächsten Zieleingabe. Eigentlich ganz einfach.

Wie geht das eigentlich?

Technisch ist das eine ziemlich ausgeklügelte Sache: Im Schuh ist ein Arduino Sketch Modul verbaut, dass von einem 3D-gedruckten Plastikgehäuse geschützt wird. Zusätzlich enthält das Modul jede Menge Sensoren, ein „energiesparendes“ Bluetooth-Modul, das auf das Handy zugreift und Vibrationsmotoren nicht unähnlich dessen eines Smartphones. Das Video zeigt das noch einmal im Detail.

Problematisch ist die noch geringe Reichweite von drei Stunden, bis die Schuhe keinen Saft mehr haben. Der Schuh ist aber noch in der Prototyp-Phase und wird weiterentwickelt. Das Prinzip ist im Übrigen kein Neues. Schuhhersteller Ducere stellte bereits 2014 einen Schuh nach selbem Prinzip für Blinde her. Ob das bequem ist, sei mal dahingestellt.

Läuft für EasyJet?

Der Markenkern von EasyJet ist simpel: Unkompliziert und einfach muss es sein. Wenn es dazu noch unkonventionell ist, um so besser. Und hier trifft sich auch der „Sneakairs“ mit der Marke. Technisch neue Wege gehend, aber für den Träger ganz einfach, soll er sein Urlaubserlebnis simpler machen. Keine Karten, keine Apps mehr, nur noch pures Reisevergnügen und „hands-free“ Navigation.

Ob der Nutzer sich allerdings die Mühe machen will jeden Weg im Smartphone einzustellen, damit die Schuhe den Weg finden? Das wird sicher die Zeit zeigen. EasyJet scheint große Pläne mit den Tretern zu haben: In nicht allzu ferner Zukunft sollen die „Sneakairs“ an Bord käuflich zu erwerben sein. So erschließt sich EasyJet, als eine der ersten Fluglinien den Weg in den Wearables-Markt.

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