Flüge mit Fotos suchen

Next Level Banner

Warum Flüge nur per Texteingaben suchen, wenn es auch mit Fotos geht? Cheapflights hat da einen Banner entwickelt, der das kann. Einfach Fotos eines Events ablegen, schon ermittelt der Banner den günstigsten Flug.

Um einen Flug zu buchen muss man für gewöhnlich eine ganze Menge Textfelder befüllen, um schließlich die passende Verbindung zu finden. Zu mühsam, dachte sich die britische Billig-Flugline Cheapflights. Ihr Banner kann Flüge mit Fotos suchen.

Flug per Drag & Drop

Leser der britischen Tageszeitungen Guardian, Telegraph und Mirror sowie der Musikplattform NME.com konnten den Banner im Dezember letzten Jahres testen. Sie mussten nur die Eventfotos von Artikeln in den Banner ziehen. Schon spuckte das raffinierte Ding das günstigste Flugticket dahin aus. Klingt fast zu gut um wahr zu sein. Aber sofern die Metadaten des Fotos auslesbar und vollständig ausgefüllt sind, kann das funktionieren.

 

Wie zum Henker?

Die Technologie hinter dem Banner kombiniert die Google-Standort-API des Lesers mit den gut ausgefüllten Metadaten der Pressefotos. Genauer:

  • Zieht der Leser ein Bild eines großen Events auf den Cheapflights-Banner, liest der Banner die Inhaltsbeschreibung des Bildes aus, also welche Künstler oder welche Sportler darauf zu sehen sind.
  • Diese Information wird dann an Dienste wie Ticketmaster weitergeleitet. Sie finden heraus, wann und wo die nächste passende Veranstaltung dieses Acts stattfindet.
  • Die Cheapflights Suchmaschine findet dann die besten Flüge von der Google-Standort-API des Lesers zu diesem Ereignis und zeigt sie ihm im Banner an.

Das ist natürlich heißer Banner Scheiß der britischen Fluglinie und ihrer dänischen Agentur Uncle Grey. Vorausgesetzt, die Bilder haben immer ausgefüllte und auslesbare Metadaten. Soviel zur Schwachstelle der Sache.

Was bringt´s?

Noch hat Cheapflights keine Performance Zahlen zu ihrem innovativen Banner veröffentlicht. Dafür aber eine anvisierte Zielgruppe: „Allein in Großbritannien gibt es 10 Millionen sogenannte „Ereignis Touristen“. Das ist ein stark wachsender Sektor. Menschen sind zunehmend bereit zu ihren favorisierten Künstlern, Theateraufführungen oder Sportteams in andere Länder zu reisen. Mit Drag, Drop and Go ist die Flugsuche so einfach wie noch nie geworden“, sagt der Geschäftsführer von Cheapflights, Andrew Shelton.

„Mit dem Banner wollten wir unser „Smart Search. Made Simple“-Konzept auf die nächste Ebene bringen, nämlich zu den Lesern unserer Medienpartner“, so Shelton weiter, „Unser Anzeige-Widget findet die günstigsten Flüge zu Events aufgrund der Fotos des Künstlers oder des Sportteams.“ Zum Start des Banners konzentriert sich Cheapflights auf Events aus den Bereichen Sport, Kunst und Musik. Im Laufe des Jahres will man den Service auf Theateraufführungen und Festivals ausbauen.

Fazit

So toll die Idee der vereinfachten Flugsuche anmutet, bleibt die Frage warum Kunden nicht auch auf cheapflights.com per Fotos nach Flügen suchen können? Die Technologie dahinter gibt es ja. Das wäre jedenfalls ein schöner nächster Schritt, dem Markenkern der britischen Airline „günstig fliegen, einfach buchen“ gerecht zu werden.

Hommage an das Alltagsproblem

Genervt von Alltagsproblemen? – Wir lieben sie!

Leere Toilettenrolle

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die uns im Alltag glücklich machen. Und es sind auch die kleinen Dinge im Leben, die uns manchmal richtig nerven! In dem Moment, wo Sie sich über Alltagsprobleme ärgern, freuen wir uns. Wir sammeln sie sogar in einer hauseigenen App.

Jedes Alltagsproblem nehmen wir bei Virtual Identity herzlich auf. Klingt anstrengend und im ersten Moment so gar nicht nach einem Leitgedanken einer Digitalagentur? Stimmt, schließlich suchen Unternehmen eine Agentur auf, um Lösungen zu erhalten und keine neuen Probleme. Da stimmen wir zwar zu, tun aber trotzdem beides. Warum?

Ich will Dich nicht, ich brauche Dich!

Technologien sind mittlerweile in jedem Winkel unseres Lebens angekommen. Sie müssten unser Leben eigentlich völlig stressfrei machen. Das tun sie aber nicht. Manchmal belasten sie uns sogar eher. Zum Beispiel, wenn sie in Werbebotschaften verpackt dauernd mit uns kommunizieren wollen. Das Letzte, worauf wir als Konsumenten anspringen, ist doch Werbung, die sich großflächig auf unseren Bildschirm setzt und uns erzählen möchte, warum wir dieses oder jenes Produkt wollen sollten. Online wissen wir uns inzwischen dagegen zur Wehr zu setzen. Blinkende Banner blenden wir mit entsprechender Software einfach aus.

Das macht Kommunikations- und Marketingentscheider leider gar nicht glücklich, denn sie wollen mit ihren Botschaften zu den Menschen durchdringen. Wie kann das gelingen?

Zum Beispiel indem man etwas anbietet, das dem Empfänger nützt, ihm das Leben ein bisschen leichter macht. Denn auch wenn Technologien allgegenwärtig sind, für viele Momente im Leben gibt es eben doch noch keine ausgereifte Lösung. Und weil sich Lebensgewohnheiten verändern, kommen immer wieder neue Alltagsprobleme dazu.

Alltagsprobleme sind ein Grund zur Freude

Um die Probleme zu finden, haben wir bei VI eine einfache Methode entwickelt, die wir sogar auf uns selbst anwenden. Das Grundprinzip ist einfach: Wir schauen auf einen ganzen Tag und unterteilen ihn in typische Situationen. In der Nacht schlafen wir, dann klingelt irgendwann der Wecker und wir stehen auf. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in die Arbeit. Und so weiter und so fort. Jetzt knöpfen wir uns eine konkrete Situation vor und stellen uns die Frage: „Welche großen und kleinen Probleme erlebe ich immer wieder in der Situation?“. Wer diese Methode auf seinen eigenen Alltag anwendet, stellt fest, dass es an vielen Stellen klemmt.

Darüber freuen wir uns! Denn unsere Aufgabe ist es, dafür raffinierte Lösungen zu finden.

Ein Format, dass sich dafür gut eignet sind UBX Jams – halbtägige Workshops für Marketiers, Kommunikateure und Kreative, in denen wir uns auch auf die Suche nach Alltagsproblemen machen und anschließend gemeinsam Lösungsideen entwickeln. Die Teilnahme an UBX Jams ist kostenlos. Die nächsten Termine finden Sie hierhttp://www.virtual-identity.com/events 

Einblicke in einen UBX Jam

Wenn die Marke Kopf steht

UBX Jam in Wien in der Teamarbeit

Wenn die Marke Kopf steht - klingt nach Yoga-Kurs für Werber? Nicht ganz. Im UBX-Jam wechselt man die Perspektive und verdreht Gewohntes ins Gegenteil. Handtuch und Anti-Rutschsocken können dabei zuhause bleiben.

Vollgeschriebene Wände, jede Menge Knetmasse, Pappbäumchen sowie Legoklötze zieren den Raum. Dazwischen sitzen, stehen oder liegen glückliche Erwachsene. Nein, das hier ist weder eine Bastel-Werkstatt noch ein typischer Design-Thinking-Workshop. Typisch ist im Jam sowieso nichts: „Die Herangehensweise hier ist etwas, das ich so noch nie gemacht habe. Es ist extrem spannend und sehr wertvoll“, sagt Teresa Karan von Österreich Tourismus. Sie arbeitet im Bereich International Market Management und ist eine von 20 Markenvertretern, die im UBX Jam bereit sind, ihre Marke auf den Kopf zu stellen. „Wir nehmen die Marke und verkehren sie ins Gegenteil. Von dort aus entdecken wir ganz neue Möglichkeiten, wie Unternehmen Nützliches schaffen können“, erklärt Philippe Wyssen, einer der drei Moderatoren, die durch den Jam leiten.  

UBX Jam Gruppenarbeit

Rundgang bei den Gruppensessions. Foto: Thomas Bischof

„Meine Marke ist innovativ“- solche Worthülsen sind hier verboten

Die Jam-Teilnehmer werden in Gruppen durch mehrere Etappen geleitet. Im ersten Schritt geht es darum, den Kern der Marke zu benennen. Klingt einfach? Abstrakte Worthülsen wie „Meine Marke begeistert, ist innovativ, steht für Fortschritt und ein gutes Lebensgefühl“ sind dabei aber verboten. Gesucht sind konkrete Nutzenversprechen wie: „Mit uns wirst Du schlau“, „Jeder kann schön sein“ oder „Fühl Dich gesund“. Sobald diese gefunden sind, gelingt auch der nächste Schritt.

Mit gezücktem Stift und in seliger Errungenschaft ihres Markenkerns stehen die Teilnehmer vor den Wandtafeln und warten auf die zweite Aufgabe: Verkehre den Markenkern ins Gegenteil! Moderator Johannes Hindler treibt es dabei ein Lächeln ins Gesicht: „Die Teilnehmer erwarten diesen Schritt nicht. Er wirkt paradox, das überrascht sie. Dieser Perspektivenwechsel macht neugierig und bleibt bei den Teilnehmern in starker Erinnerung.“

Virtual Reality im UBX Jam in Wien

Begeistert experimentieren die Teilnehmer auch mit Technologien wie Virtual-Reality.  Foto: Thomas Bischof

Das bestätigt sich auch bei Thoms Schmidt, Leiter von Marketing und Sales bei WIFI Wien. Die Suche nach dem Gegenteil seines Markenkerns sorgt für viel Gesprächsstoff. Es werden immer wieder Blätter zerknüllt und durch den Raum geworfen, einzelne Gruppenmitglieder fassen sich an den Kopf. Thomas Schmidt versucht einen klaren Gedanken zu fassen: „Das ist schon eine Herausforderung, das Gegenteil auf den Punkt zu bringen. Dabei erhalte ich Input von Menschen, die nicht so tief in der Marke drin sind wie ich. Und diskutiere mit ihnen, was hineingehört und was nicht, das ist großartig und erweitert den Horizont!“

Es ist die Arbeit in den Gruppen, die Teilnehmer immer wieder als bereichernd empfinden. Da arbeitet schon mal ein Marketingleiter mit einem Kreativdirektor, einer Studentin und einem Verantwortlichen für Unternehmenskommunikation zusammen. Die Diversität der Teilnehmer sorgt für Schwung und ungewohnte Perspektiven: „Mit einem Team zu arbeiten, indem sich zwar alle täglich mit dem gleichen Thema, aber nicht mit der gleichen Marke beschäftigen, das ist schon etwas Besonderes“, sagt Barbara Baminger, Gruppenleiterin im Bereich Customer Experience bei A1.

Weniger denken und mehr auf Intuition setzen

Philippe schaut auf die Uhr, die Zeit ist abgelaufen. Jede Aufgabe ist zeitlich so bemessen, dass die Teilnehmer auch ein wenig ins Schwitzen geraten. Das wirkt für manche ungewohnt, sorgt aber für Dynamik. „Die Teilnehmer folgen dadurch stärker ihrer Intuition. Da wird nicht jede Entscheidung im Kopf nochmal gewendet und hinterfragt. So entstehen auch unkonventionelle, manchmal sogar radikale Ideen,“ erklärt Philippe.

UBX Jam finale Präsentation

Stefan Kainz von Wikifolio präsentiert seine Lösung, die kommt gut an. Foto: Thomas Bischof

Fünf Lösungskonzepte nach vier Stunden

Nach zwei weiteren Schritten sind die Jam-Teilnehmer ganz überrascht, wo sie nach nur vier Stunden in wild zusammenwürfelten Gruppen gelandet sind. „Für mich ist der UBX-Denkprozess sehr inspirierend. Er eröffnet den Raum, die Marke nochmal von einer ganz anderen Seite zu beleuchten und damit auf ganz andere Ideen zu kommen“, schildert Myron Kohut, Leiter der Abteilung Werbung und Portalmanagement von der Post AG. „Das Gegenteil von meinem Markenkern zu formulieren, fand ich total spannend. Danach hat es in meinem Kopf gleich weiter gerattert: Was mache ich jetzt damit?“, erklärt Stefan Kainz, Chief Commercial Officer von Wikifolio. Entspannung wie in einem Yoga-Kurs liefert der Jam nicht, aber die Teilnehmer fühlen sich mindestens so gut und voller Euphorie. „Ich habe heute so viel Positives erlebt und viele neue Ideen gewonnen. Ich gehe hier mit viel Inspiration und Energie wieder weg. Meine Batterien sind voll aufgeladen für die Themen User und Customer Experience“, sagt Barbara Baminger und lächelt zufrieden.

 

Pfeffermühle zieht den Stecker

Endlich in Ruhe essen?!

Smartphones und andere Ablenkungen wie Fernseher erschweren ein gemeinsames Familienessen. Dolmio, ein australischer Hersteller für Pasta-Saucen, hat eine Lösung dafür entwickelt.

Eine von Dolmio in Auftrag gegebene Studie hat herausgefunden, dass 2 von 3 australischen Haushalten schon mal über die omnipräsente Technik beim Essen gestritten hat. 4 von 5 sagen sogar, dass man Technologie ganz vom Essenstisch verbannen sollte. Dafür hat Dolmio zusammen mit BBDO Sydney den Dolmio Pepper Hacker entwickelt.

Komplexe Technik in bekanntem Gewand

Allerdings, technisch ist das eine ganz schön komplizierte Sache. Damit Mama beim Essen mit dem Pfefferstreuer von Dolmio einfach nur die Mühle drehen muss, um alle technischen Geräte außer Gefecht zu setzen, bedarf es einiger Vorbereitung.

  1. Für den Fernseher muss man einen sogenannten Tranceiver zwischen TV und Steckdose einstecken, der bei Bedarf den Fernseher ausschaltet.
  2. Auch der Router kann mit einem Tranceiver zwischen Stecker und Steckdose außer Gefecht gesetzt werden.
  3. Um zusätzlich alle Apps für 30 Minuten auf den mobilen Endgeräten zu löschen, muss vorher jedes Gerät über einen Account angemeldet werden.
  4. Die Central Control Box leitet dann das Störsignal vom Pepper Hacker an alle Geräte weiter.

Zack ist Frieden am Tisch. Wirklich?

Kehrt wirklich Ruhe ein?

Das Video zur Kampagne zeigt, dass auch schon mal Tablets fliegen können, wenn man dem Nachwuchs die Beschäftigung wegnimmt. Und ab einem gewissen Alter dürfte es für Eltern auch sehr schwierig sein, an die Geräte der Kinder heranzukommen. Das Werbevideo von Dolmio zeigt das deutlich – auch wenn es suggeriert, dass sich am Ende dann doch all super vertragen.

Der Erfolg spricht für sich

Als Marketingmaßnahme hat sich der Pepper Hacker allerdings auf jeden Fall ausgezahlt. Dolmios Markenkern – gemeinsam essen und dabei wirklich Zeit miteinander verbringen – passt prima zu dieser Idee. Das YouTube-Video wurde bereits über 11 Millionen Mal gesehen. Allein in Australien sind 85 Medienberichte dazu erschienen. Das wirkt sich auch auf die Verkaufszahlen aus: Dolmio Verkäufe stiegen im Anschluss an die Kampagne um 11%.

Im ersten Schritt wurde nur eine geringe Anzahl an Pepper Hackern verlost. Die Nachfrage danach war aber auch in den Monaten danach so groß, dass Dolmio jetzt eine abgespeckte Variante, die nur das WLAN lahmlegt, für 3500 Haushalte zur Verfügung stellt.

Außerhalb Australiens hat man bisher leider keine Chance an das Ding zu kommen. Da hilft es wohl nur noch von Anfang an die ganze Technik strickt vom Tisch zu verbannen.

Twitter Fact Checker

There´s important context missing

Was sich die Washington Post einfallen ließ, um die alternativen Fakten des amerikanischen Präsidenten auf deren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Jeden Tag werden mehr als 500 Millionen Tweets abgesetzt. Neben der ungeheuren Menge an Tweets erschwert es ihre Geschwindigkeit sie einzuordnen. Tweets verbreiten sich heute deutlich schneller als TV- oder Radio-Nachrichten. Ein gern zitiertes Beispiel ist noch immer die Notlandung eines Passagierflugzeugs auf dem Hudson River. Aber auch bei Amokläufen, Wahlen oder Großereignissen wie der FIFA WM oder den Oscars beweist der Kurznachrichtendienst seinen Mehrwert als Echtzeitmedium. Um es in weniger als 140 Zeichen zu sagen: Twitter kann in Hinblick auf die Menge der Tweets und deren Geschwindigkeit User überfordern.

Wenig überfordert scheint hingegen Donald Trump, einer der derzeit prominentesten Twitter-User. Seit dem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen mit nun zwei Accounts aktiv (@realdonaldtrump und @potus), brennt Trump zuweilen regelrechte Meinungs-Feuerwerke ab. Wie in den letzen Wochen vermehrt verdeutlicht, nimmt es der Staatschef dabei nicht so genau, wenn es um Fakten und deren Wahrheitsgehalt geht. Das kann zuweilen ganz unterhaltsame Folgen haben, und andere Twitteruser zu kreativen Höchstleistungen motivieren. Grundsätzlich ist es aber gefährlich, wenn der Inhaber eines so mächtigsten Amtes es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.

Wie sollen Twitter-Nutzer solche Kurznachrichten einordnen?

Die Washington Post war so nett ein Browser-AddOn für dieses Problem zu entwickeln, das für Firefox und Chrome verfügbar ist. „Real Donald Context“ heißt dieses kleine Programm: Unter den offiziellen und privaten Trump-Tweets werden die Ergebnisse des redaktionellen Fact-Checks eingeblendet. Die Twitter-User müssen weder den Kanal verlassen noch eigene Recherchen anstellen, um die präsidialen Tweets einordnen zu können. Der Washington Post geht es hierbei allerdings nicht darum, Trump vorzuführen. Denn wenn er nachweisbar korrekte Fakten twittert, wird dies ebenfalls angezeigt.

Die Washington Post, die ihre Mission als „Breaking news und political analysis“ beschreibt, trifft damit sehr genau die Bedürfnisse von Twitter-Nutzern als auch den eigenen Markenkern. Darüber hinaus bietet sie diesen Service auch Nutzern an, die weder ein Print-Abo haben noch der Washington Post auf Twitter folgen: diese Useful Brand Experience steht allen Twitter-Nutzern offen.

Zahlen zu Downloads der AddOns sind zur Zeit nicht verfügbar. Daher kann über den Erfolg, wenn man ihn über Reichweiten und Nutzerzahlen definieren möchte, keine Aussage getroffen werden. Als kreative Lösung für ein bestehendes Userproblem ist Real Donald Context unabhängig davon eine äußerst gelungene Anwendung.

PS: Und dann war da noch BILD

BILD.de wählt beim Thema Fact Checking einen ganz anderen Weg. Denn bei Bild.de gibt es ab sofort einen Ombudsmann: Ernst Elitz, ehemaliger Intendant des „Deutschlandradios“. Auf Bild.de heißt es dazu: „Sie können ihn ( den Ombudsmann, Anm. d. Verfassers) kontaktieren, wenn Sie Ihre politische Ansicht oder eine Debatte falsch oder verzerrt dargestellt finden. Aber auch, wenn Sie Zweifel an Fakten haben oder Fragen zu unserer Quellenlage. Er darf in Ihrem Auftrag bei uns in der Chefredaktion recherchieren, ob wir falsch gelegen haben. Wir werden keinen Einfluss auf sein Urteil nehmen und es veröffentlichen, wann immer er es von uns verlangt.“ , so der Vorsitzende der „Bild“-Chefredaktionen Julian Reichelt. Und für all die Leser, die auch E-Mails in Zeiten von NSA und Wikileaks nicht vertrauen: der Ombudsmann hat auch ein Postfach. Lesenswert zu neuem Ombudsmann ist auch der Beitrag von Moritz Tschermak auf dem Bildblog.

Freihand navigieren

Schlaue Schuhe finden den Weg

Der Urlaub könnte so schön sein, wenn man nicht immer das Smartphone oder eine Karte vor der Nase hätte, um die nächste Attraktion zu finden. Um das Schöne wieder wahrnehmen zu können, hat EasyJet einen Schuh entwickelt, der den Träger über Vibration navigiert.

Die Navigation per Smartphones hat uns eine Körperhaltung diktiert. Den Kopf geneigt, der Blick nach unten. Wer so an Sehenswürdigkeiten vorbeigeht, verpasst sie leicht. Um den Blick wieder auf das Schöne richten zu können, entwickelte die britische Airline Easyjet die „Sneakairs“. Die navigierenden Schuhe machen die Hände und das Sichtfeld frei. Ohne Smartphone funktionieren sie aber nicht.

Die „Sneakairs“ brauchen eine Bluetooth-Schnittstelle, um auf das Smartphone zuzugreifen. Vorher wird über eine eigens dafür entwickelte App auf Google Maps Daten zugegriffen und ein Weg vom Standort zur gewünschten Sehenswürdigkeit / Bar / Straße eingegeben. Die Schuhe greifen dann sozusagen auf den vorprogrammierten Weg zu und navigieren den Träger über Vibration zum Ziel. Links um, links vibriert. Rechts um, rechts vibriert. Verlaufen? Beide Schuhe vibrieren. Hat man das Ziel erreicht, vibrieren die Schuhe drei Mal und schalten sich aus bis zur nächsten Zieleingabe. Eigentlich ganz einfach.

Wie geht das eigentlich?

Technisch ist das eine ziemlich ausgeklügelte Sache: Im Schuh ist ein Arduino Sketch Modul verbaut, dass von einem 3D-gedruckten Plastikgehäuse geschützt wird. Zusätzlich enthält das Modul jede Menge Sensoren, ein „energiesparendes“ Bluetooth-Modul, das auf das Handy zugreift und Vibrationsmotoren nicht unähnlich dessen eines Smartphones. Das Video zeigt das noch einmal im Detail.

Problematisch ist die noch geringe Reichweite von drei Stunden, bis die Schuhe keinen Saft mehr haben. Der Schuh ist aber noch in der Prototyp-Phase und wird weiterentwickelt. Das Prinzip ist im Übrigen kein Neues. Schuhhersteller Ducere stellte bereits 2014 einen Schuh nach selbem Prinzip für Blinde her. Ob das bequem ist, sei mal dahingestellt.

Läuft für EasyJet?

Der Markenkern von EasyJet ist simpel: Unkompliziert und einfach muss es sein. Wenn es dazu noch unkonventionell ist, um so besser. Und hier trifft sich auch der „Sneakairs“ mit der Marke. Technisch neue Wege gehend, aber für den Träger ganz einfach, soll er sein Urlaubserlebnis simpler machen. Keine Karten, keine Apps mehr, nur noch pures Reisevergnügen und „hands-free“ Navigation.

Ob der Nutzer sich allerdings die Mühe machen will jeden Weg im Smartphone einzustellen, damit die Schuhe den Weg finden? Das wird sicher die Zeit zeigen. EasyJet scheint große Pläne mit den Tretern zu haben: In nicht allzu ferner Zukunft sollen die „Sneakairs“ an Bord käuflich zu erwerben sein. So erschließt sich EasyJet, als eine der ersten Fluglinien den Weg in den Wearables-Markt.

Lässt Marketing gelingen

Von der Kunst der Beziehung

Unsere Aufmerksamkeit ist eine begrenzte Ressource, die sich per Lautstärke strecken lässt, meint der ehemalige CTO von IBM Deutschland, Gunter Dueck bei der UBX16. Aber worauf reagieren wir überhaupt noch? Der leichte Weg ist der Gang über das Extreme, Schrille und Tabu-Brechende im Marketing - dafür gibt es Rezepte, die mäßig taugen. Wie aber sieht Exzellenz in der neuen Welt aus, fragt sich Dueck in der Eröffnungs-Keynote der Konferenz zu nützlicher Werbung 2016.

LandCruiser als mobile Hotspots

Das Lebensretter-System

Auf 70 % der Fläche Australiens gibt es keinen Handyempfang. Besonders im Outback kann das schnell lebensgefährlich werden. Toyota hat eine Lösung dafür gefunden.

Ein Unfall, kein Wasser mehr oder einfach verirrt – egal welcher Notfall im Outback auch immer auftreten mag, ein Mobiltelefon hilft in diesem Teil, des am dritt-dünnsten besiedelten Staates jedenfalls nicht. Was im Outback aber weitläufiger verbreitet ist, als Handysignale sind LandCruiser: in manchen Gebieten Australien erreichen die Geländefahrzeuge einen Marktanteil von 90 %.

Wie versorgt man entlegene Flecken mit Internet?

Google möchte das Problem mit Ballons lösen, Facebook mit Drohen. Beides sind zwei sehr wetterabhängige Technologien, die in extremen Wettersituationen keine solide Notfallkommunikation sicherstellen. „Warum also nicht die Autos als dezentrales Kommunikations-Netzwerk nutzen?“, fragte sich Dr. Paul Gardner-Stephen, Dozent von der Flinders University in Adelaide zusammen mit Toyota und der Kreativagentur Saatchi & Saatchi.Ihre Lösung schafft es, ein mobiles Netzwerk mit Sende-Zylindern zu errichten. Sie lassen sich einfach per plug & play in jedem Toyota LandCruiser installieren. Und zwar so:

Was Toyota davon hat

Der LandCruiser steht wie kein zweites Auto für Abenteuer in der Wildnis, weshalb er auch liebevoll „Buschtaxi“ genannt wird. Abenteuer können aber eben auch mal schief gehen. Das Toyota, Werbung hin oder her, diese Abenteuer etwas sicherer machen will, schadet sicher nicht. Das sie dafür auch noch eine brandneue Technologie wie das DTN verwenden, mit dem die NASA gerade testet, ob man ein „Interplanetares Kommunikationssystem“ aufbauen könnte, lässt die Oldimarke mit Ihren 60 Jahren jung und frisch wirken.

Welches Potenzial in der Kampagne steckt

Das Ganze befindet sich übrigens noch in der Prototyp-Phase. Momentan wird es mit 10 LandCruisern getestet. Erst wenn sicher ist, dass es wirklich funktioniert, soll es flächendeckend eingesetzt werden. Wenn das der Fall ist, kann zusammen mit der australischen Regierung eine Lizenz für das entsprechende Funkspektrum erwirkt werden und das LandCruiser-System in die offiziellen Emergency-Response-Systeme integriert werden.

Serienreif

Coole Socke

Schnell noch eine Folge Game of Thrones, und schon weggepennt? Netflix löst das Problem den Serien-Anschluss zu verschlafen, charmant mit einem Socken.

Achtung, beim Konsum von TV-Serien können sich für den Konsumenten tatsächlich Probleme ergeben. Das Licht könnte zu grell sein, ein Telefonat könnte stören, Hunger hat man ja auch noch. Als Marke kann man da entweder darüber schmunzeln oder liebevolles Kundenservice anbieten und diese Probleme lösen, wie Netflix vor ein paar Monaten mit dem Switch. Die Bauanleitung zum Selbermachen, verspricht mittels Knopf, Lichter zu dimmen, das Telefon lautlos zu stellen, eine Essens Bestellung auf zu geben und die Lieblingsserie zu starten.

netflix switchSelbst ist die Socke

Selbst dann noch können Probleme auftreten. Zuseher schlafen gerne ein und müssen dann mühsam bis zur letzten memorierten Szene zurückspulen. Netflix könnte da nun eine Smartwatch oder sonst ein Wearable vorlegen und die Lösung anschließend im TV bewerben. So hätte man es wahrscheinlich früher gemacht. Lieber setzten sie ihren eingeschlagenen Weg fort und boten zu Weihnachten wieder eine Bauanleitung an, um Kunden das Problem stilvoll selbst lösen zu lassen.

netflix5Liebe statt Geld

Als wären wir Streamer noch nicht seriensüchtig genug, offerieren die raffinierten Marketers von Netflix auch noch ein ziemlich stylisches DIY-Projekt, um den Serienkonsum zu optimieren. Die Schritt für Schritt-Anleitung zeigt, wie man eine Socke kreiert, mit der sich Serien mittels Microcontroller und Bewegungssensor stoppen lassen, falls man dabei einschläft. Doch davor geht es um ein Designstatement: Narcos, House of Cards oder Master of None? Welche Serie soll den Socken zieren? Die Designs sind so gelungen, das Netflix diese Socken als Merchandising verkaufen könnte. Doch anstatt Geld damit zu verdienen, ist es Netflix im Marketing Funnel wichtiger, ein bisschen geliebt zu werden.

Was die Socke erreichte

Auch wenn Nörgler wie Matt McFarland, Redakteur der Washington Post meinen, dass es leichter sei IKEA Möbeln zusammen zu stellen, als den Netflix Socken zu fertigen, das Pressecho war enorm. Auf das Erklärvideo mit knapp einer halben Million Views, reagierten Protagonisten aus der DIY-Szene, wie etwa das Make Magazine mit Videos vom Fertigen des Sockens. Klar, könnte der Socken mit der vorgeschlagenen Elektrotechnik um 55 Euro, der vielleicht teuerste Ihres Lebens werden. Und klar, sollte man die Anleitung die Elektrik im Socken einzunähen nicht befolgen, wenn man ihn auch waschen will. Sein Ziel hat das Projekt mit den Videos aus der Maker Community und Artikeln auf Mashable, Businessinsider oder dem Forbes Magazine jedenfalls erreicht.

Eine App als Schutzengel

Always sicher nach Hause

Pfeffer Spray in der Handtasche, lauthals „Lemon Tree“ auf der Straße singen oder doch den gesamten Heimweg laufen? Was gibt uns ein sicheres Gefühl, wenn wir alleine nach Hause gehen?

Richtig sicher fühle ich mich durch Apps nicht, wenn ringsum Büsche rascheln, die Laternen ausgefallen sind, ich alleine im U-Bahnwagen sitze oder sich hinter jeder Ecke ein potentieller Platz für finstere Gestalten befindet. Das sind nur einige von vielen Situationen die täglich passieren, wenn sich weltweit drei Milliarden Frauen auf den Weg nach Hause machen. Nicht alle haben ein unsicheres Gefühl beim Heimkehren, doch ich persönlich zähle dazu. Mama um halb 3 Uhr Morgens mit einem Anruf zu wecken, geht leider auch nicht immer. Dann muss eben das Pfefferspray herhalten, damit sich ein Sicherheitsgefühl einstellt.

Nichts verschafft mir aber ein sichereres Gefühl, als eine Person, die mich abends bis vor die Haustüre begleitet! Genau hier knüpft die Marke Always mit der Back Me-App an, die als Schutzengel auf dem Heimweg dient.

Always in guten Händen. So funktioniert es

Mit der Back Me-App kann man sich von Freunden und Familie via GPS virtuell nach Hause begleiten lassen. Die Strecke wird auf der App festgelegt – so können die virtuellen Begleiter den Weg nach Hause mitverfolgen, und im Notfall schnell reagieren. Denn sobald man plötzlich von der angegeben Strecke abkommt, oder länger als 2 Minuten am Weg anhält, bekommt die Kontaktperson eine Warnung zugesendet. Wenn man schließlich gut zu Hause angekommen ist, werden die digitalen Schutzengel automatisch informiert.

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Was das mit dem Markenversprechen zu tun hat? Wenn man es gut meint, könnte man sagen: die Marke, die für Schutz während der Periode steht, hat beschlossen die Regeln des „Frauenschutzes“ neu zu schreiben. Doch was passiert wenn man auf der Strecke einen Freund trifft und länger als diese besagten 2 Minuten mit ihm redet? Schlägt die App dann Alarm und der Aufpasser am anderen Smartphone fällt unnötig vor Schreck in Ohnmacht? Nichts desto trotz, mein Alltagsproblem scheinen auch andere zu haben: Denn nachdem die App 2015 erstmals in Israel veröffentlicht wurde, war sie nach 3 Monaten in aller Munde und wurde 1,8 Mio. Mal runtergeladen. 3.000 Nutzer täglich, sprechen für die Nützlichkeit dieser Anwendung.

always3BackMeApp als Vorreiter?

Während die Back Me-App von Always bereits 2014 in Cannes Silber gewann, startete die Companion App 2015 mit der exakt gleichen Idee und Video Kampagne durch. Ursprünglich war seitens Always zu lesen, man plane einen Rollout auch in andere Länder – dazu kam es anscheinend nie. Companion hingegen hat auf diese Weise den Aufschwung in die App Märkte geschafft und knackte im Januar die 1.000.000 User! Und auch in Deutschland werden seit 2015 sehr erfolgreich Menschen durch die KommGutHeim App virtuell nach Hause begleitet.

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Always hat mit der Back Me-App erfolgreich geschafft, ein valides Alltagsproblem vieler Frauen auf der ganzen Welt aufzugreifen. Im Anschluss wurde jedoch verpasst, das Projekt auch in anderen Ländern anzubieten, bevor andere auf den Zug aufspringen. Mit der Lösung aber Stein des Anstoßes einer nützlichen Umsetzung zu sein – das kann sich die Marke auf die Fahnen schrieben.

Zu guter Letzt bleibt für mich persönlich die Frage, ob eine App es wirklich schafft mich sicherer zu fühlen. Zumindest habe ich bisher keine der Lösungen auf dem Markt heruntergeladen, geschweige denn eingesetzt. Wahrscheinlich werde weiterhin um 4 Uhr Morgens die Nachbarschaft mit meinem ohrenbetäubenden „Lemon Tree“-Gesang aufwecken…

  • Weltweit bestreiten täglich 3 Milliarden Frauen oft ängstlich und alleine ihren Weg nach Hause.
  • Always, die Marke die für Schutz während der Periode steht, hat beschlossen, die Regeln des „Frauenschutzes“ neu zu schreiben und hat eine App entwickelt, um sich von Freunden/Familie etc. via GPS virtuell nach Hause begleiten zu lassen. Der Heimweg wird auf der App festgelegt und dann können die virtuellen „Schutzengel“ den Weg nach Hause mitverfolgen, und im Notfall schnell reagieren und Hilfe rufen.
  • Die BackMeApp wurde 2015 das erste Mal in Israel zur Verfügung gestellt. Nach nur 3 Monaten hatte die App bereits mehr als 1,8 Millionen Downloads und rund 3.000 Nutzer täglich, und das nur in Israel(!)