Lässt Marketing gelingen

Von der Kunst der Beziehung

Unsere Aufmerksamkeit ist eine begrenzte Ressource, die sich per Lautstärke strecken lässt, meint der ehemalige CTO von IBM Deutschland, Gunter Dueck bei der UBX16. Aber worauf reagieren wir überhaupt noch? Der leichte Weg ist der Gang über das Extreme, Schrille und Tabu-Brechende im Marketing - dafür gibt es Rezepte, die mäßig taugen. Wie aber sieht Exzellenz in der neuen Welt aus, fragt sich Dueck in der Eröffnungs-Keynote der Konferenz zu nützlicher Werbung 2016.

LandCruiser als mobile Hotspots

Das Lebensretter-System

Auf 70 % der Fläche Australiens gibt es keinen Handyempfang. Besonders im Outback kann das schnell lebensgefährlich werden. Toyota hat eine Lösung dafür gefunden.

Ein Unfall, kein Wasser mehr oder einfach verirrt – egal welcher Notfall im Outback auch immer auftreten mag, ein Mobiltelefon hilft in diesem Teil, des am dritt-dünnsten besiedelten Staates jedenfalls nicht. Was im Outback aber weitläufiger verbreitet ist, als Handysignale sind LandCruiser: in manchen Gebieten Australien erreichen die Geländefahrzeuge einen Marktanteil von 90 %.

Wie versorgt man entlegene Flecken mit Internet?

Google möchte das Problem mit Ballons lösen, Facebook mit Drohen. Beides sind zwei sehr wetterabhängige Technologien, die in extremen Wettersituationen keine solide Notfallkommunikation sicherstellen. „Warum also nicht die Autos als dezentrales Kommunikations-Netzwerk nutzen?“, fragte sich Dr. Paul Gardner-Stephen, Dozent von der Flinders University in Adelaide zusammen mit Toyota und der Kreativagentur Saatchi & Saatchi.Ihre Lösung schafft es, ein mobiles Netzwerk mit Sende-Zylindern zu errichten. Sie lassen sich einfach per plug & play in jedem Toyota LandCruiser installieren. Und zwar so:

Was Toyota davon hat

Der LandCruiser steht wie kein zweites Auto für Abenteuer in der Wildnis, weshalb er auch liebevoll „Buschtaxi“ genannt wird. Abenteuer können aber eben auch mal schief gehen. Das Toyota, Werbung hin oder her, diese Abenteuer etwas sicherer machen will, schadet sicher nicht. Das sie dafür auch noch eine brandneue Technologie wie das DTN verwenden, mit dem die NASA gerade testet, ob man ein „Interplanetares Kommunikationssystem“ aufbauen könnte, lässt die Oldimarke mit Ihren 60 Jahren jung und frisch wirken.

Welches Potenzial in der Kampagne steckt

Das Ganze befindet sich übrigens noch in der Prototyp-Phase. Momentan wird es mit 10 LandCruisern getestet. Erst wenn sicher ist, dass es wirklich funktioniert, soll es flächendeckend eingesetzt werden. Wenn das der Fall ist, kann zusammen mit der australischen Regierung eine Lizenz für das entsprechende Funkspektrum erwirkt werden und das LandCruiser-System in die offiziellen Emergency-Response-Systeme integriert werden.

Serienreif

Coole Socke

Schnell noch eine Folge Game of Thrones, und schon weggepennt? Netflix löst das Problem den Serien-Anschluss zu verschlafen, charmant mit einem Socken.

Achtung, beim Konsum von TV-Serien können sich für den Konsumenten tatsächlich Probleme ergeben. Das Licht könnte zu grell sein, ein Telefonat könnte stören, Hunger hat man ja auch noch. Als Marke kann man da entweder darüber schmunzeln oder liebevolles Kundenservice anbieten und diese Probleme lösen, wie Netflix vor ein paar Monaten mit dem Switch. Die Bauanleitung zum Selbermachen, verspricht mittels Knopf, Lichter zu dimmen, das Telefon lautlos zu stellen, eine Essens Bestellung auf zu geben und die Lieblingsserie zu starten.

netflix switchSelbst ist die Socke

Selbst dann noch können Probleme auftreten. Zuseher schlafen gerne ein und müssen dann mühsam bis zur letzten memorierten Szene zurückspulen. Netflix könnte da nun eine Smartwatch oder sonst ein Wearable vorlegen und die Lösung anschließend im TV bewerben. So hätte man es wahrscheinlich früher gemacht. Lieber setzten sie ihren eingeschlagenen Weg fort und boten zu Weihnachten wieder eine Bauanleitung an, um Kunden das Problem stilvoll selbst lösen zu lassen.

netflix5Liebe statt Geld

Als wären wir Streamer noch nicht seriensüchtig genug, offerieren die raffinierten Marketers von Netflix auch noch ein ziemlich stylisches DIY-Projekt, um den Serienkonsum zu optimieren. Die Schritt für Schritt-Anleitung zeigt, wie man eine Socke kreiert, mit der sich Serien mittels Microcontroller und Bewegungssensor stoppen lassen, falls man dabei einschläft. Doch davor geht es um ein Designstatement: Narcos, House of Cards oder Master of None? Welche Serie soll den Socken zieren? Die Designs sind so gelungen, das Netflix diese Socken als Merchandising verkaufen könnte. Doch anstatt Geld damit zu verdienen, ist es Netflix im Marketing Funnel wichtiger, ein bisschen geliebt zu werden.

Was die Socke erreichte

Auch wenn Nörgler wie Matt McFarland, Redakteur der Washington Post meinen, dass es leichter sei IKEA Möbeln zusammen zu stellen, als den Netflix Socken zu fertigen, das Pressecho war enorm. Auf das Erklärvideo mit knapp einer halben Million Views, reagierten Protagonisten aus der DIY-Szene, wie etwa das Make Magazine mit Videos vom Fertigen des Sockens. Klar, könnte der Socken mit der vorgeschlagenen Elektrotechnik um 55 Euro, der vielleicht teuerste Ihres Lebens werden. Und klar, sollte man die Anleitung die Elektrik im Socken einzunähen nicht befolgen, wenn man ihn auch waschen will. Sein Ziel hat das Projekt mit den Videos aus der Maker Community und Artikeln auf Mashable, Businessinsider oder dem Forbes Magazine jedenfalls erreicht.

Eine App als Schutzengel

Always sicher nach Hause

Pfeffer Spray in der Handtasche, lauthals „Lemon Tree“ auf der Straße singen oder doch den gesamten Heimweg laufen? Was gibt uns ein sicheres Gefühl, wenn wir alleine nach Hause gehen?

Richtig sicher fühle ich mich durch Apps nicht, wenn ringsum Büsche rascheln, die Laternen ausgefallen sind, ich alleine im U-Bahnwagen sitze oder sich hinter jeder Ecke ein potentieller Platz für finstere Gestalten befindet. Das sind nur einige von vielen Situationen die täglich passieren, wenn sich weltweit drei Milliarden Frauen auf den Weg nach Hause machen. Nicht alle haben ein unsicheres Gefühl beim Heimkehren, doch ich persönlich zähle dazu. Mama um halb 3 Uhr Morgens mit einem Anruf zu wecken, geht leider auch nicht immer. Dann muss eben das Pfefferspray herhalten, damit sich ein Sicherheitsgefühl einstellt.

Nichts verschafft mir aber ein sichereres Gefühl, als eine Person, die mich abends bis vor die Haustüre begleitet! Genau hier knüpft die Marke Always mit der Back Me-App an, die als Schutzengel auf dem Heimweg dient.

Always in guten Händen. So funktioniert es

Mit der Back Me-App kann man sich von Freunden und Familie via GPS virtuell nach Hause begleiten lassen. Die Strecke wird auf der App festgelegt – so können die virtuellen Begleiter den Weg nach Hause mitverfolgen, und im Notfall schnell reagieren. Denn sobald man plötzlich von der angegeben Strecke abkommt, oder länger als 2 Minuten am Weg anhält, bekommt die Kontaktperson eine Warnung zugesendet. Wenn man schließlich gut zu Hause angekommen ist, werden die digitalen Schutzengel automatisch informiert.

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Was das mit dem Markenversprechen zu tun hat? Wenn man es gut meint, könnte man sagen: die Marke, die für Schutz während der Periode steht, hat beschlossen die Regeln des „Frauenschutzes“ neu zu schreiben. Doch was passiert wenn man auf der Strecke einen Freund trifft und länger als diese besagten 2 Minuten mit ihm redet? Schlägt die App dann Alarm und der Aufpasser am anderen Smartphone fällt unnötig vor Schreck in Ohnmacht? Nichts desto trotz, mein Alltagsproblem scheinen auch andere zu haben: Denn nachdem die App 2015 erstmals in Israel veröffentlicht wurde, war sie nach 3 Monaten in aller Munde und wurde 1,8 Mio. Mal runtergeladen. 3.000 Nutzer täglich, sprechen für die Nützlichkeit dieser Anwendung.

always3BackMeApp als Vorreiter?

Während die Back Me-App von Always bereits 2014 in Cannes Silber gewann, startete die Companion App 2015 mit der exakt gleichen Idee und Video Kampagne durch. Ursprünglich war seitens Always zu lesen, man plane einen Rollout auch in andere Länder – dazu kam es anscheinend nie. Companion hingegen hat auf diese Weise den Aufschwung in die App Märkte geschafft und knackte im Januar die 1.000.000 User! Und auch in Deutschland werden seit 2015 sehr erfolgreich Menschen durch die KommGutHeim App virtuell nach Hause begleitet.

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Always hat mit der Back Me-App erfolgreich geschafft, ein valides Alltagsproblem vieler Frauen auf der ganzen Welt aufzugreifen. Im Anschluss wurde jedoch verpasst, das Projekt auch in anderen Ländern anzubieten, bevor andere auf den Zug aufspringen. Mit der Lösung aber Stein des Anstoßes einer nützlichen Umsetzung zu sein – das kann sich die Marke auf die Fahnen schrieben.

Zu guter Letzt bleibt für mich persönlich die Frage, ob eine App es wirklich schafft mich sicherer zu fühlen. Zumindest habe ich bisher keine der Lösungen auf dem Markt heruntergeladen, geschweige denn eingesetzt. Wahrscheinlich werde weiterhin um 4 Uhr Morgens die Nachbarschaft mit meinem ohrenbetäubenden „Lemon Tree“-Gesang aufwecken…

  • Weltweit bestreiten täglich 3 Milliarden Frauen oft ängstlich und alleine ihren Weg nach Hause.
  • Always, die Marke die für Schutz während der Periode steht, hat beschlossen, die Regeln des „Frauenschutzes“ neu zu schreiben und hat eine App entwickelt, um sich von Freunden/Familie etc. via GPS virtuell nach Hause begleiten zu lassen. Der Heimweg wird auf der App festgelegt und dann können die virtuellen „Schutzengel“ den Weg nach Hause mitverfolgen, und im Notfall schnell reagieren und Hilfe rufen.
  • Die BackMeApp wurde 2015 das erste Mal in Israel zur Verfügung gestellt. Nach nur 3 Monaten hatte die App bereits mehr als 1,8 Millionen Downloads und rund 3.000 Nutzer täglich, und das nur in Israel(!)
Wenn Werbung Gesundheit fördert

Das Busticket zum Händewaschen

"Ihrer Gesundheit verpflichtet": Um seinem Markenversprechen gerecht zu werden, hat einer der größten Gesundheitsversorger Sri Lankas einen Beitrag zur Verbesserung der sri lankischen Volksgesundheit geleistet, indem sie Bus Tickets zu Seifen umfunktionierten. Was harmlos klingt, kann sich sehr effektiv auswirken.

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Bis zu 80% aller übertragbaren Krankheiten werden über die Hände weitergegeben. Die Liste dieser Krankheiten reicht von einer einfachen Erkältung über Grippe bis hin zu Hepatitis. Gerade in einem überfüllten öffentlichen Transportmittel verbreiten sich Keime über Berührung der Haltegriffe und Haltestangen sehr schnell. Durch das tropische Klima Sri Lankas und einem Grad an Überfüllung von Verkehrsmitteln, die europäische Verhältnisse massiv übertreffen, werden Einwohner der Hauptstadt Colombo besonders leicht krank.

SBT4Was hilft?

Nach nur 30 Sekunden Waschen mit Wasser und Seife verringert sich die Keimbesiedelung der Hände jedoch um fast 100 Prozent. Das fanden Forscher der Universität Regensburg heraus. Sich die Hände mit Seife zu waschen, ist also ein wirksames Mittel um sich gegen Krankheitserreger zu schützen. Die Tatsache, dass es auf vielen öffentlichen Sanitäranlagen in Sri Lanka an Seife mangelt, hat den Health Care Anbieter Asiri Hospital Group zu einer Innovation inspiriert: dem Busticket, das man als Seife verwenden kann. Passend zu ihren Markenattributen empathisch, technologiegetrieben und modern entwickelte die Asiri Gruop gemeinsam mit Leo Burnett das so genannte Soap Bus Ticket. Es ist Teil einer mit Plakaten unterstützten Aufklärungskampagne, die die Gesundheit der Sri Lanker verbessern soll.SBT2

SBT5Keimfrei unterwegs

Das Bus Ticket wird auf Papier gedruckt, das mit Seife durchdrungen ist. Trotzdem sieht es aus wie jedes andere Bus Ticket. Kommt es jedoch mit Wasser in Berührung, entfaltet die Seife ihre antibakterielle Wirkung. Die Soap Bus Tickets wurden auf vielen stark frequentierten Busstrecken in Sri Lanka verteilt. Gleichzeitig wurde die Bevölkerung mit einer Plakatkampagne in Bussen, an öffentlichen Plätzen und in den Krankenhäusern der Asiri Group auf die Wichtigkeit des Händewaschens aufmerksam gemacht. Diese UBX-Kampagne tut Menschen also Gutes und löst gleichzeitig das Problem der weggeworfenen Bustickets, die nach der Fahrt ihren Nutzen verlieren.

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  • Um einen Beitrag zu einer besseren Volksgesundheit zu leisten, hat einer der größten Gesundheitsversorger Sri Lankas versucht die Krankheitsübertragung in öffentlichen Verkehrsmitteln einzudämmen
  • Dazu haben sie innerhalb einer Aufklärungskampagne Bus Tickets zu Seifen umfunktioniert
  • Kommt das Ticket mit Wasser in Berührung, entfaltet die Seife ihre antibakterielle Wirkung
  • Die Soap Bus Tickets wurde landesweit auf vielen stark frequentierten Busstrecken in Sri Lanka verteilt und mit einer Plakatkampagne in Bussen, an öffentlichen Plätzen und in  Krankenhäusern der Asiri Group unterstützt
Löst wirklich jedes Problem

Die Lifehack-Experten

Seit 70 Jahren hilft Lowe's Amerikanern ihr Zuhause zu verschönern. Egal ob Kleinstwohnung in Manhattan oder Ranch in Montana - Heimwerken geht immer. Seit 2013 gibt Lowe's mit großem Erfolg Tips für Jedermann auf Vine. Neudeutsch nennt man das dann "Lifehacks".

Wer kennt das nicht: Man will eine Schraube entfernen und der Schraubenzieher dreht durch. Die Schraube sitzt fest. Da kann man nichts machen? Doch kann man. Lowe’s #fixinsix Vine löst dieses Problem mit einem haushaltsüblichen Gummiband.

Seit 2013 sind 115 nützliche Vines entstanden, die mittlerweile fast 65.000.000 views erreicht haben. Das Erfolgsrezept? Die 6 Sekünder verbinden Nützlichkeit mit Entertainment. Die Videos sind nicht einfach nur Tipps, sondern in sich selbst kleine Kunstwerke. Zum Beispiel das Video zum Abdichten der Badewanne inszeniert den Lifehack mit einem eigenen kleinen Wasserballett. Das macht einfach Spaß beim Zuschauen.

Vine als Plattform zu nutzen war 2013 ein logischer Schritt. Der Hype für die Kurzvideo-Plattform war groß. Und 6 Sekunden sind die richtige Länge für ein Erklärvideo. Die unglaubliche Anzahl an Views für diese 115 Videos zeigt das deutlich. Lowe’s hat das richtige Medium und die richtige Plattform gefunden, um möglichst viele Lifehacker und DIY-Fans zu erreichen.

Dieses Gesamtpaket aus Nützlichkeit und Entertainment in 6 Sekunden passt wunderbar zur Marke. „Never stop improving“ ist Lowe’s Markenkern. Das gilt für alles im Haushalt: vom Bauprojekt bis zur Dekoration. Aus diesem Grund bildet die #fixinsix Kampagne das ganze Spektrum ab. Die Lichterkette für den Weihnachtsbaum ist wieder ein einziger Knoten? Kein Problem für Lowe’s. Erosion im Blumenkübel? Schnell gelöst mit einem Kaffeefilter. So macht Lowe’s klar: Wir lösen jedes Haushaltsproblem mit Erfindergeist und Spaß. Besser kann sich eine solche Marke über Nützlichkeit nicht positionieren. Bravo!

Wie die Videos genau entstehen wird übrigens hier von der beteiligten Agentur sehr schön erklärt:

VR gegen Logo- & Akrophobie

Angst virtuell verringern

Einer von fünf Menschen leidet unter Sprechangst, einer von vier unter Höhenangst. Samsung hat dafür VR-Anwendungen entwickelt, die erstaunliche Erfolgsquoten verspricht.

Allein der Gedanke an Höhe oder an Sprechen vor Publikum reicht aus, um Betroffene in Panik zu versetzen und komplett zu blockieren. Sich in einem derartigen emotionalen Ausnahmezustand auf eine Aussichtsplattform oder Rednerbühne stellen zu müssen – der blanke Horror! Samsungs App #BeFearless eröffnet die Möglichkeit, sich daheim in seinen vier Wänden in seinem eigenen Tempo an eine kritische Situation heranzutasten.

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Aleksandra, die 26-jährige Probandin aus Russland arbeitet mit der VR-Anwendung in ihrem Wohnzimmer an ihrer Höhenangst

Getreu der Brand Vision entwickelt Samsung seine innovative Technologie entlang der Leben der Menschen. Mit der Jahreskampagne 2015 namens „Launching People“ zielt sie vor allem auf „Träume und Potentiale“ ab, die mit der VR-Technologie möglich gemacht werden sollen. Dafür wählte Samsung unter hunderten Bewerbern sechs aus, die von Experten entwickelte App zu testen.

Beim virtuellen Training in 360°-Videos können Logophobiker sich mittels der Samsung Gear VR-Brille in Interview- und Vortragssituationen begeben, ohne Blackouts und Negativreaktionen fürchten zu müssen. Der erste Level erleichtert den Einstieg mit einem zwanglosen Gespräch. Ziel ist der Vortrag vor großer Gruppe. Die pflegeleichte simulierte Zuhörerschaft hilft Nervosität abzubauen, wie Kandidatin Franzi es im Video beschreibt: „Das Trainieren hat mir sehr weitergeholfen. Es ist so viel Stress, der wegfällt (…) Plötzlich kriegt man eine positive Welle zurück, die einen so richtig mitreißt.“

Höhenangstgeplagte können sich in mehreren Stufen immer weiter nach oben wagen, ohne davon blockiert zu werden. Sie lernen, in die simulierte Tiefe zu schauen und dabei ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Proband Fynn, der sich vor dem Programm im täglichen Leben sehr eingeschränkt fühlte, bringt es auf den Punkt: „Es war wirklich ein Eintritt in eine andere Welt. Ich habe viel zu Hause trainiert… mit jedem Mal gibt es mir mehr Mut. Ich merke, dass ich mir immer mehr zutraue.“

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Und so kann es aussehen: Die VR-Brille misst den Herzschlag sowie die Zeitspanne, die sich der Proband getraut hat, nach unten zu sehen

Laut Studie, so der Hersteller, kann jede Angst mit regelmäßigem Training überwunden werden. 87.5% der Teilnehmer aus der Gruppe der Akrophobiker sollen ihre Ängste auf diese Weise deutlich reduziert haben, bei den Logophobikern waren es 88.1%. Der Videobeweis zeigt Testpersonen die die Konfrontation mit der schwierigen Situation strahlend und selbstbewusst meistern.

Samsung und UBX, Altruismus mit Einschränkungen

Mit dieser App will Samsung, nach eigener Aussage, Menschen helfen – und darüber hinaus das Potential von VR-Brillen jenseits des Gamingbereiches aufzeigen. Das virtuelle Training ist mittlerweile jedermann zugänglich, der eine Samsung Gear VR-Brille und ein Samsung Smartphone besitzt. Allerdings muss man sich auch tatsächlich beides zulegen, dafür wurde gesorgt. Erst nach der Kombination der beiden Geräte startet die kostenfreie App. Bei aller Hilfsbereitschaft bleiben die Verkaufszahlen im Hinterkopf.

Und was steht als nächstes auf der virtuellen Agenda?

Experiment geglückt, App effektiv, Tester im Besitz von Samsung-Equipment überzeugt. Vielleicht wird das Repertoire nach dem Erfolg ja erweitert, damit auch etwas exotischere Phobien wie Anatidaephobie (die Angst, von einer Ente beobachtet zu werden) oder Arachibutyrophobie (die Angst, dass Erdnussbutter am Gaumen kleben bleibt) angegangen werden können. Tiefenentspannt bei Erdnussbutter und Enten. Es bleibt spannend, was neben Gaming und Angstbekämpfungstraining noch alles in Virtual Reality steckt.

 

  • Einer von fünf Menschen leidet unter Sprechangst, einer von vier unter Höhenangst.
  • 2015 startete Samsung eine Markenkampagne, in der einige Auserwählte die App „BeFearless“ testen durften: mit VR-Brille und Smartphone erhielten sie ein virtuelles Training zur Überwindung ihrer Ängste.
  • Seit 2016 ist dieses Programm der Öffentlichkeit zugänglich, laut Hersteller ist die Erfolgsquote sehr hoch. Samsung will Menschen helfen und das Potenzial von VR-Brillen aufzeigen, aber daneben auch die zugehörigen Produkte verkaufen, ohne die die App nicht funktioniert.
Ein Klick weiter

Dieser Banner spart Energie

Erwartet man nicht unbedingt von einem Banner, aber dieser Online-Banner von Wien Energie kann die Akkuleistung eines Smartphones verlängern.

 

Dringende Mails, wichtige Infos und weg ist der Akku. Wenig bringt Handy Nutzer mehr auf die Palme, als der versiegende Energiespeicher ihres wichtigsten Universalwerkzeugs, dem Smartphone. Als Österreichs größter Energieversorger stellt Wien Energie sicher, dass seinen Kunden die Energie nicht ausgeht. Auch nicht am Smartphone. Also überlegte sich Wien Energie eine Lösung dafür. Da man nicht immer die Akkuanzeige im Blick hat, wurde eine aufmerksamkeitsstärkere Lösung gesucht. Der Energiebedarf von Online-Bannern war da ein erster Ansatz. Denn üblicherweise werden Banner für die maximale Display-Helligkeit und volle Chip- sowie Akkuleistung eines Smartphones konzipiert. Der Schluss daraus war eine Display-Ad zu entwickeln, die Strom spart.

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Kann das funktionieren?

Der Schlüssel dieses Banners ist eine neue HTML5-Schnittstelle. Sie kann den Akkustand von mobilen Devices auslesen. „Die größte Herausforderung neben der technischen Umsetzung war die Einbindung bei den Online Portalen“, erklärt Alexandra Radl, Marketing Leiterin von Wien Energie. Nachdem die Partner sehen, dass es wie gewünscht funktioniert, sind sie begeistert. Der fertig entwickelte Banner geht auf den reichweitenstärksten, österreichischen Plattformen live.

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In den Sparmodus wechseln

Über die HTML5-Schnittstelle liest der Banner den Akkustand des mobilen Endgeräts aus und zeigt dem Nutzer automatisch den gesunkenen Stand der Batterie an. Über einen Klick am Banner drosselt der Nutzer die Hintergrund-Helligkeit des angezeigten Inhalts. Damit können Nutzer ihre Akkuleistung spürbar verlängern. Innerhalb des eingesetzten Zeitraums von zwei Wochen erreicht der Battery Banner 14,7% Nettoreichweite in der Zielgruppe und 787.000 Ad Impressions. „Die neue technische Möglichkeit, den Akku-Stand von Smartphones auszulesen, hat uns von Anfang an begeistert“, sagt Alexandra Radl, „Als Energieanbieter ist das genau unser Thema. Der Banner bringt Energieeffizienz auf sehr anschauliche Weise zum Ausdruck.“

  • Wie kann man Online-Bannern eine neue Funktion geben, fragt sich Wien Energie?
  • Virtual Identity entwickelt einen Banner, der die Akkuleistung von mobilen Devices verlängert und damit Energie spart
  • Das gelingt durch die Drosselung der Display-Helligkeit sowie der Chip- und Akkuleistung mittels einer neuen HTML5-Schnittstelle
UBX Konferenz

Die UBX16 Konferenz in zwei Minuten

UBX16 Konferenz

Auf der zweiten UBX Konferenz am 13. Oktober 2016 in München teilten Speaker wie Gunter Dueck, Tim Leberecht, Bas Kast, Scott Jenson (Google) sowie Marketingentscheider von Samsung, IBM, BMW und Johnson & Johnson ihre Perspektiven und Erfahrungen mit nützlicher Werbung. Hier ein paar Impressionen von diesem besonderen Tag:

Probieren geht über Konsumieren

Frisch gestrichen

Make-up Looks testen ohne die Haut unnötig zu reizen. Das können Konsumentinnen nun dank der kostenlosen App Genius von L’Oréal. Statt sich mehrfach zu schminken, zeigt die App das ausgewählte Make-up mittels Augmented Reality direkt im Gesicht der Testerin.

Na toll, schon wieder so eine Tussi-App. Als gäbe es nicht schon genug davon! Klar, kann man sich das angesichts von Genius denken. Allerdings nur solange bis man es geladen hat. Denn die 18 Monate Entwicklungszeit, die L’Oréal dieser App widmete, machen sich bezahlt. Genius ist ein präzises Augmented Reality Tool und funktioniert wie ein Handspiegel am Smartphone. Nur, dass Kundinnen unterschiedlichste Kosmetik in ihrem Gesicht austesten können. Ein paar Klicks und das ausgewählte Produkt ziert das Gesicht. Das feinmotorische Verhalten der 34 Gesichtsmuskeln wird so präzise angezeigt, wie die Grenzen der geschminkten Flächen. Nicht umsonst wurde die App über 20 Millionen Mal heruntergeladen.

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© L’Oreal

Es ist nicht das erste Mal, daß L’Oréal hochtechnische Lösungen entwickelt, um seine Kunden zu mehren. Der Kosmetikkonzern hat in PCH International den idealen Partner gefunden, was die Umsetzung der innovativen, da personalisierten Kundenanwendungen betrifft. L’Oréal hat sich zum erklärten Ziel gesetzt ein Angebot zu entwickeln, das individuell auf den Nutzer zugeschnitten ist. Aller Voraussicht nach wird dieser nämlich zunehmend anspruchsvoll oder resigniert mit seinen lang erprobten Produkten. Denn bei all dem Angebot an Kosmetika, ist die Auswahl geradezu frustrierend schwierig. Bislang gingen die meisten kosmetischen Neuerungen unbeachtet an der Zielgruppe vorbei. Waren der Großteil der Kundinnen doch Wiederholungstäterinnen, hatten sie erst einmal die Ware ihres Vertrauens gefunden.

Schminken ohne Hautreizung

Dank Genius können L’Oréal-Kundinnen nun Produkte der Kosmetikfirma virtuell ausprobieren. Gratis und unverbindlich  – die Hemmschwelle neue Produkte auszuprobieren ist somit viel geringer und viele Kundinnen kommen auf diese Weise ganz unverhofft zu einem neuen Look, den sie sonst gar nicht gewagt hätten. Sie ersparen sich damit nicht nur ins Kosmetikfachgeschäft zu gehen sondern auch das ungute Gefühl bei der Kinderschminkaktion gelandet zu sein, nachdem sie den fünften Lippenstift und die dritte Grundierung auf- und dann wieder abgetragen haben. Mit dem Smartphone eingescannt, landen Lippenstift und Lidschatten binnen Sekunden direkt auf ihrem digitalen Bestimmungsort. Und verschwinden auch genauso schnell wieder. Ohne die bislang unvermeidlichen Hautreizungen. L’Oréal freut sich über einen höheren Absatz seiner Markenneulinge; die Kundin über die unkomplizierte Wahl des neuen Lieblings-Make Ups.

 L’Oréal kills the Youtube-Star

Bei den Abermillionen Make-up-Tutorials auf Youtube stellt sich dennoch die Frage: Braucht es das denn? Der Markt ist überflutet mit Make-up-Apps, Make-up-Tutorials, on- und offline Schminkkursen all der Boris Entrups dieser Zeit. Mit Grausen denken wir an die Schminkprogramme der 90er zurück. Sie kamen auf Diskette daher und ließen uns aussehen, als hätten wir Homer Simpsons Schmink-Pumpgun geladen. Oder all die verlorene Lebenszeit bei den How-to-do-Smokie-Eyes-Workshops auf Youtube. Genuis überzeugt mit einer einfachen Handhabung und klaren Ergebnissen. Die App erkennt selbst die kleinste Bewegung der Mimik und lässt sein aufgehübschtes Nutzer-Spiegelbild verblüffend natürlich vom Display lächeln.

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© L’Oreal

Testen statt kaufen

Das Schönste an der App: sie spart uns Zeit und bares Geld. Sie erleichtert unseren Alltag indem sie zahlreiche Probleme löst: Anstatt sich durch einen Dschungel an Kosmetikprodukten zu kämpfen und oder sich dem Wohlwollen der Kosmetikberaterin auszuliefern, gestattet uns diese Make-up-App einen kostenlosen Testlauf: Sieht die Farbe im Gesicht genauso aus wie auf der Packung? Hab ich einen Peach-Teint oder passt beige doch besser? Kann ich das gewagte Abendmakeup tragen oder sehe ich damit aus wie eine Version des Jokers mit Pigmentstörung? Wen dann noch Zweifel plagen, der schickt einen Screenshot an seine besten Freundinnen oder erstellt damit einen Post auf Facebook, um ein wirklich gnadenloses Urteil einzuholen.

Genius_ Karim Rahman_vidilla.com

©Karim Rahman_vidilla.com

Express yourself!

Warum lieben wir diese App? Weil wir uns von L’Oréal verstanden fühlen – mithilfe der Genius Technologie finden wir genau das richtige Produkt für unsere Haut, unseren Stil. Für L’Oréal heißt das gleichzeitig mehr Nutzer, mehr zufriedene Kunden. Zudem ist die App einfach eine Fetzengaudi: Von der pompösen Christopher Street Day Aufmachung, über den 80s Wave Look bis hin zur extravaganten Kriegsbemalung – der Phantasie und Persönlichkeitsentfaltung sind keine Grenzen gesetzt. So ist die App selbstredend nicht nur für die Dame, sondern auch für den Herrn mit Freude an Gesichtsbemalung konzipiert – um Lady Gaga zu zitieren: Don’t be a drag just be a queen.