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Lichtfahrer sind sichtbarer

Volvo bringt britische Radfahrer mit Life Paint zum Leuchten

Volvo Life Paint

Volvo kümmert sich um die Sicherheit von britischen Radfahrern und stellt ihnen ein Spray namens Life Paint zur Verfügung, das mittels reflektierender Partikel, Fahrrad, Helm oder Kleidung im Dunkeln sichtbarer macht.

In Großbritannien sind jährlich über 19.000 Fahrradfahrer in Unfälle verwickelt. Und obwohl sich Radfahrer und Autofahrer täglich darum streiten, wer denn nun „King of the road“ sei, hat ausgerechnet ein Autohersteller die Sicherheit von britischen Radfahrern zur Priorität gemacht. Volvo UK bringt eine Sprühfarbe auf den Markt, die auf Fahrrad oder Helm gesprüht, bei Nacht Licht reflektiert und so dazu beiträgt, Radfahren im Dunkeln sichtbarer zu machen. Die Entwicklung der Life Paint ist Teil von Volvos 2020 Vision, die sich als Ziel setzt, dass in fünf Jahren keine Personen mehr durch neue Automodelle von Volvo zu Schaden kommen werden.

Volvo hat mit Life Paint eine Nutzen stiftende Kampagne entwickelt und der Run auf das Produkt gibt ihnen Recht. 2000 Dosen der reflektierenden Farbe werden in insgesamt sechs Fahrrad Geschäften in London und Umgebung gratis angeboten und sind innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Sofort findet die Life Paint ihren Weg auch auf eBay und wird dort für über 180 Dollar verkauft.

Auch auf Social Media hinterlässt die Life Paint ihre Spur. Das Video, in dem die Volvo Sprühfarbe vorgestellt wird, erhält allein auf YouTube über 4,5 Millionen Views und 12.500 likes.

Ein PR Erfolg für Volvo, der das Potential hat Radfahren sicher zu machen?

Absolutely! Doch nicht alle Radfahrer zeigen sich mit der Volvo Kampagne einverstanden. So wird kritisiert, dass sich die Maßnahmen zur Verbesserung der Radfahrbedingungen nur an die Radfahrer selbst richten, die Autofahrer jedoch nicht angesprochen werden. Der Zorn eines dänischen Radfahrers auf Volvo geht gar so weit, dass er eine Petition ins Leben gerufen hat. Die Petition fordert Volvo dazu auf, alle Volvo Autos und Trucks mit Life Paint sichtbarer zu machen, und nicht nur Fahrräder. Auch wird in Frage gestellt, ob erhöhte Sichtbarkeit bei Radfahrern wirklich das Risiko senkt in einen Unfall verwickelt zu werden.

Dass Volvo in der Markenkommunikation auf das Thema Sicherheit setzt, ist durchaus überzeugend und auch die Life Paint Kampagne entfacht einen Hype, mit dem die Verantwortlichen sicher mehr als zufrieden sind. Und trotzdem nehmen Einige Volvo die Nächstenliebe nicht wirklich ab. Ein Los, das viele Marken, die nützliche Werbung machen, trifft, das sich jedoch schwer verhindern lässt. Haters gonna hate oder so ähnlich. Auch wenn es im Fall von Volvo Life Paint nur ein dänischer Radfahrer ist, der seinem Ärger auf die Autoindustrie Luft macht (und vielleicht nebenbei den in Dänemark nicht gerade beliebten Schweden eins auswischen will).

  • Volvo UK bringt eine Sprühfarbe auf den Markt, die auf Fahrrad oder Helm gesprüht, bei Nacht Licht reflektiert und so dazu beiträgt, Radfahren im Dunkeln sichtbarer zu machen.
  • Die 2000 in London und Umgebung verteilten Spraydosen sind innerhalb kurzer Zeit ausverkauft und werden auf eBay für 180 Dollar angeboten.
  • Kritiker der Life Paint sehen darin keine innovative Lösung, die Unfälle wirklich verhindern kann.
#ubx2015

Die UBX-Konferenz 2015 in Tweets

Ein gezwitscherter Rückblick auf die erste UBX Konferenz

Jeder Tweet eine Kugel. Das war das Motto der Twitter Kugelbahn auf der #ubx2015 am 19. November 2015 in München. Ein Mikrocontroller steuerte die Konstruktion des Munich Maker Lab. Bei jedem Tweet mit dem Konferenz-Hashtag schickte er Bälle über die Köpfe der Gäste auf die Reise. Insgesamt machten sich mehr als 400 Bälle auf den Weg. Dieser Artikel lässt die Konferenz noch einmal entlang ausgewählter Tweets Revue passieren.

Stefan Sagmeister zeigt, „Why Beauty Matters“

Stefan Sagmeister - Why Beauty Matters

Die erste UBX-Konferenz eröffnet der Designer Stefan Sagmeister aus New York mit ästhetischen Bildern und der Erkenntnis: Auch Ästhetik ist funktional.

Ralf Heller mit einem „Marketing Reboot“

Ralf Heller - UBX

Nach dem österreichischen Designer folgt Ralf Heller, der Initiator der UBX-Konferenz und Gründer von Virtual Identity.

Dirk Baecker: „Steps Toward Complex Brands“

Dass Systemtheorie den einen oder anderen verwirrt, überrascht nicht. Nur Dirk Baecker gelingt es aber, dass sich diese Verwirrung wohltuend anfühlt.

Drei UBX-Beispiele von Huggies, Samsung und UTEC

Nach drei Perspektiven zu Beginn der Konferenz leiten die beiden Moderatoren Nadja Parpart und Dieter Rappold über, zu den Vorträgen konkreter Beispiele von Useful Brand Experience. First up: Jessica Ruas Quartara von der University of Technology and Engineering aus Peru mit einem ungewöhnlichen Werbeplakat.

„Doing good while we sleep“. Dass das geht, zeigte Gregor Almássy von Samsung.

Als letzte Rednerin betritt Priya Patel von Huggies (Kimberly-Clark) die Bühne. Von ihr erfahren die Gäste, dass 3D-Druck und große Emotionen kein Widerspruch sind.

Sascha Welters von Twitter über „The Power of Now“

Sascha Welters von Twitter

Nach einer kurzen Mittagspause geht es weiter mit Sascha Welters von Twitter und seinem Thema „The Power of Now“.

Umsetzungstipps von Mike Brandt und Ingmar de Lange

Hands Up! Yeah! Das verlangt Mike Brandt vom Publikum und erklärt anschließend, wie Useful Brand Experience entsteht.

Ingmar de Lange

Ingmar de Lange, von der niederländischen Agentur Mountview wird in seiner Rede konkret und bietet rund ein Dutzend praktischer Umsetzungstipps an.

Wolf Lotter: „Wer sich von Routinen befreit, sieht mehr, weiter und schärfer“

Wolf Lotter

Als letzter Redner bringt Wolf Lotter noch einmal alle Gäste vor der Konferenzbühne zusammen und nimmt sie mit auf eine Reise von Clint Eastwood zu Giotto di Bondone.

Nun ist die UBX Konferenz zu Ende. Was bleibt, sind Erinnerungen an einen Tag voller Inspiration.

Was wurde aus

…dem „talentierten“ Trinkplakat?

Slide Water Billboard

In Perus Hauptstadt Lima mangelt es an sauberem Trinkwasser. Außerdem regnet es fast nie. Das führt 2013 zu einem Werbeplakat, das täglich 96 Liter frei abfüllbares Trinkwasser kondensiert und nebenbei für Ingenieursnachwuchs wirbt.

Die Ausgangslage ist ziemlich trocken. Wie auch Limas Standort, an der nördlichen Grenze der Atacama – bekannt, als die trockenste Wüste der Welt. 700.000 Peruaner haben in Lima keinen Zugang zu sauberem Wasser. Weitere 600.000 der fast 9 Millionen Einwohner von Lima sind von Zisternenwasser abhängig. Per Hand müssen sie es aus unterirdischen Sammelbecken pumpen und reinigen. Dazu mangelt es UTEC, der lokalen technischen Universität an Ingenieursnachwuchs. Zusammen mit ihrer Werbeagentur versuchen sie 2013 beide Probleme zu lösen.

potable water billboard

Trotz nahezu keinem Niederschlag, herrscht wegen der Küstenlage Limas eine hohe Luftfeuchtigkeit. Also beginnt das UTEC-Team ein 20 Meter hohes Werbeplakat an der Autobahn Panamericano mit Filtern und Becken für 1200 Dollar aufzurüsten. Seitdem filtern fünf Generatoren täglich mindestens 96 Liter Trinkwasser aus der 83 prozentigen Luftfeuchtigkeit. Laut der peruanischen Agentur Mayo DraftFCB produzierte die Maschine in den ersten drei Monaten 9.450 Liter Trinkwasser.

potable-water-generator

So geht dann wohl gute Werbung, findet später auch Cannes. Hunderte Menschen im Umkreis müssen sich seit 27 Monaten nicht mehr um Trinkwasser sorgen. Nicht bloß für eine kurze Promotionsphase. Die UTEC hat im besten Sinne für sich geworben, was man mit einem technischen Studium so alles anstellen kann. Und nebenbei stiegen die Immatrikulationen im Jahre eins der Installation des Plakats um 38%.

Und wie geht es weiter?

Der Discovery Channel, BBC News oder Wired berichten darüber. Millionen Menschen sind begeistert und teilen die großartige Idee. Pünktlich zum neuen Semesterbeginn 2014 widmet sich das UTEC-Team mit einem neuen Plakat der drückenden Luftverschmutzung von Lima. Hinter einem Werbeschild errichten sie einen Luftreiniger, der die Filter-Arbeit von 1200 Bäumen erledigt. Genauer gesagt, handelt es sich um eine Luftwäsche von täglich 100.000 qm Luft. Wer schon mal in Lima war, weiß was für eine immense Wohltat das ist.

Fresh air in the block

Breathing easier big city

Davon profitieren nun fünf umliegende Blocks. Doch bevor die UTEC ihre „talentierten“ Plakate in die Welt schickt, wollen die Wissenschaftler erst eine Testreihe abschließen um die höchstmögliche Effizienz zu erreichen. Aktuell läuft die Maschine mit 100% wiederverwendetem Wasser und dem Energieverbrauch eines Staubsaugers: 2500 Watt pro Stunde. „Mit unseren Plakaten versuchen wir die Lösungskraft unserer technischen Studien zu zeigen“, sagt Jessica Rúas von der UTEC. Das ist wohl gelungen. Klar kann man die beiden eingesetzten Maschinen noch mit Solar und Windkraft optimieren. Aber um die Plakatmaschinen in die Welt hinaus zu tragen, muss jetzt nur noch jemand ein Geschäft daraus machen. Vielleicht in dem man das Abwasser bzw. den Klärschlamm der Maschine verkauft. Algenfarmen, die Brennstoffe aus Algen herstellen würden für diese „Algennahrung“ gutes Geld bezahlen.

  • Die UTEC, Universidad de Ingeniería y Technología (Universität für Ingenieurwesen und Technologie) in Lima (Peru) entwickelte ein Werbeplakat, dass aus Luftfeuchtigkeit frei zugängliches Trinkwasser für die Bevölkerung erzeugt.
  • Da die Region unter extremer Trockenheit leidet und vielen ärmeren Familien in der Region nur verschmutzes Brunnenwasser zur Verfügung steht, löst diese Erfindung ein echtes Problem.
  • Tatsächlich handelt es sich bei dem Plakat um ein Werbeplakat für die Universität selber, auf dem für Ingenieursnachwuchs geworben wird.
  • Der neueste Clou der UTEC: Ein Riesen-Plakat "wäscht"täglich 100.000 qm Luft, es erledigt die Filter-Arbeit von 1200 Bäumen.